Hinweise und Informationen zur Nutzung von Drohnen

Was sollte man vor dem ersten Drohnenstart in Deutschland beachten?

Deutschland

Die Begeisterung an ferngesteuerten Drohnen wächst von Jahr zu Jahr. Wer sich eine ferngesteuerte Flug-Drohne gekauft hat oder den Erwerb eines solchen Fluggeräts beabsichtigt, sollte wissen ist, dass vor dem ersten Drohnen-Start im öffentlichen Raum in Deutschland eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Drohne privat oder gewerblich genutzt wird.

Was ist ein Flugmodell? Was ein unbemanntes Luftfahrtsystem?

Drohnenabbildung DJI inspire 1 Pro

Generell unterscheidet der Gesetzgeber bzw. das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Fluggeräte im Allgemeinen nach der Art der Anwendung. Wird die Drohne mit einem Startgewicht von unter 5 Kilogramm von Elektromotoren angetrieben und ausschließlich privat zu Hobby-, Sport- oder Freizeitzwecken d.h. ohne gewerbliche Absicht genutzt, spricht man von einem Flugmodell. In diesem Fall ist auch keine weitere Genehmigung oder Aufstiegserlaubnis für den Betrieb notwendig.

Eine Drohne wird zu einem unbemannten Luftfahrtsystem (UAS) wenn sie zu kommerziellen Zwecken d.h. gewerblich genutzt wird, um z.B. Luftaufnahmen im Kundenauftrag gegen Entgelt anzufertigen. Für ein unbemanntes Luftfahrtsystem ist in jedem Fall eine Aufstiegsgenehmigung notwendig.

Sowohl für das Flugmodell als auch für das unbemannte Luftfahrtsystem ist eine Drohnen Haftpflicht-Versicherung gesetzlich vorgeschrieben. Der Versicherungsnachweis ist vom Drohnenpiloten immer mitzuführen. Wer das Dokument nicht mitführt, macht sich strafbar - siehe Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO), §108 Ordnungswidrigkeiten, 1. , Punkt 5. e.

Im Bereich Flugmodell und unbemanntem Luftfahrtsystem sind unterschiedliche Vorschriften und Bedingungen zu beachten, mit denen sich jeder Drohnenpilot im Vorfeld auseinandersetzen muss. Zudem unterscheiden auch die Drohnen-Haftpflicht-Versicherer zwischen den zuvor genannten Nutzungsarten.

Wann benötigt man eine Aufstiegsgenehmigung ?

Wird eine Drohne gewerblich genutzt, ist immer eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich. Im Bereich der rein privaten Nutzung also zu Hobby-, Sport oder Freizeitzwecken ist nur dann eine Aufstiegsgenehmigung notwendig, wenn die Drohne das Startgewicht von 5 Kilogramm überschreitet und diese nicht elektrisch, sondern z.B. mit einem Verbrennungsmotor betrieben wird.

Wo ist eine Aufstiegsgenehmigung zu beantragen ?

Drohnen Haftpflichtversicherung HDI Rechner

Für die Erteilung einer Aufstiegsgenehmigung oder Aufstiegserlaubnis, die der Gebührenpflicht unterliegt, ist die Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Diese Aufstiegsgenehmigungen sind schriftlich zu beantragen und werden für einzelne Flüge oder einen bestimmten, befristeten Zeitraum erteilt. Da die Erteilung von Aufstiegsgenehmigungen Ländersache ist, wird immer nur für ein Bundesland eine Aufstiegserlaubnis erstellt. Wurde die Aufstiegsgenehmigung für ein spezielles Bundesland erteilt, so kann man sich diese Erlaubnis in anderen Bundesländern zu günstigeren Gebühren anerkennen lassen. Für die Erteilung einer Aufstiegsgenehmigung ist das Antragsformular der jeweiligen Luftfahrtbehörde, die technischen Angaben zum Fluggerät sowie der Nachweis einer bestehenden Drohnen-Haftpflichtversicherung notwendig. Darüber hinaus ist nachzuweisen, dass der angegebene Pilot die Eignung zum Steuern der Drohne besitzt. Auskünfte dazu erteilt die jeweils örtliche Landesluftfahrtbehörde.

Kann ich die Drohne auch über die private Haftpflicht versichern ?

Wird die Drohne ausschließlich zu privaten Zwecken genutzt, also nicht gewerblich oder kommerziell, kann der notwendige Versicherungsschutz unter Umständen auch über die Privat-Haftpflichtversicherung realisiert werden. Bedenken Sie bitte dabei, dass in der Luftfahrt die Gefährdungshaftung gilt, dass heißt, es keine Schuldfrage zu klären gilt. Die private Haftpflichtversicherung, selbst mit Zusatzdeckung, reicht oft nicht aus oder ist sehr kostspielig. Deshalb raten wir zum Abschluss einer speziellen Drohnen-Haftpflichtversicherung.

Wer darf eine Drohne fliegen?

Ein gesetzliches Mindestalter für die private Nutzung einer elektrisch betriebenen Drohne bis 5 Kilogramm beispielsweise für Kinder oder Jugendliche gibt es nicht. Da das Risiko eines Drohnenunfalls jederzeit und überall möglich ist, sollte die Steuerung einer Drohne von Kindern oder Jugendlichen stets unter Aufsicht eines Erwachsenen stattfinden. Genaue Erläuterungen zu den Bestimmungen werden in der Regel von den jeweiligen Versicherungsgesellschaften vorgegeben.

Wo darf mit Drohnen geflogen werden?

Drohnen dürfen auf dem Modellflugplatz, auf dem eigenen Grundstück - sofern es in keiner Flugverbotszone liegt - sowie im unkontrollierten Luftraum geflogen werden. Gerade in den Anfängen als Freizeitpilot empfiehlt es sich, auf einem Modellflugplatz die ersten Flugversuche zu starten. Meist erhält man dort von erfahrenen Piloten gute Tipps als angehender Drohnenpilot.

Wo darf nicht geflogen werden (Flugverbotszonen)?

Flugmodelle als auch unbemannte Luftfahrtsysteme gelten nach deutschem Recht (LuftVG §1) als Luftfahrzeuge und unterliegen entsprechenden Vorgaben und Gesetzen. Für beide Gruppen von Fluggeräten gilt generell:

Für den Flug in der Öffentlichkeit sind einige wichtige Regeln zu beachten:
So ist der Flug über Menschenansammlungen (z.B. Volksfeste, Demonstrationen und ähnliche Veranstaltungen), Regierungsvierteln, Wohngebieten, militärische Anlagen und Objekten, Krankenhäusern, Katastrophengebieten, Industrieanlagen, Kraftwerken, Justizvollzugsanstalten, Unglücksstellen und anderen Einsatzorten der Polizei verboten.

HDI Drohnen-Haftpflichtversicherung Tarifrechner

Unterlassen werden sollte der An- bzw. Überflug von Personen, Personengruppen oder Tieren und wenn nur mit ausreichendem Sicherheitsabstand! Empfohlen wird auf Warnschilder an Wäldern und Naturschutzgebieten zu achten. Halten Sie entsprechenden Sicherheitsabstand zu öffentlichen Verkehrswegen - darunter fallen auch Binnenwasserstraßen - Hochspannungsleitungen und andere Hindernisse.

Das Fliegen in der Nähe von Flugplätzen, und das sind auch kleine Segelflugplätze, ist nur mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 km zur Flugplatzbegrenzung entfernt erlaubt. Flugmodelle dürfen nur in einer Entfernung von mindestens 1,5 km zum Flugplatzzaun in Flughöhen bis zu maximal 30 m betrieben werden. Unbemannte Luftfahrzeuge dürfen in einer Entfernung von mindestens 1,5 km zum Flugplatzzaun - aber in Flughöhen bis zu maximal 50 m - betrieben werden.

Verboten ist es mit der Drohne in den räumlich gegenständlichen Bereich der privaten Lebensgestaltung Dritter eindringen, das heißt, über die Grundstücksgrenzen Fremder zu fliegen. Hier sind die im Grundgesetz geschützten Persönlichkeitsrechte der Privatsphäre unbedingt zu beachten. Starts und Landungen bedürfen der Zustimmung des jeweiligen Grundstückeigentümers!

Was ist bei Flügen in Kontrollzonen zu beachten?

Kontrollzonen schützen den an- und abfliegenden Verkehr eines Flughafens. Innerhalb eines Radius von 1,5 Kilometern vom Flughafenzaun ist die Nutzung von Flugmodellen und unbemannten Flugsystemen grundsätzlich verboten. Für Drohnenflüge die innerhalb einer Kontrollzone (von internationalen Verkehrsflughäfen, Regionalflughäfen oder militärischen Flugplätzen) also näher als 1,5 km zur Flugplatzbegrenzung und in Höhen von mehr als 30 m (für Flugmodelle) bzw. 50 m (für unbemannte Luftfahrtsysteme) sowie außerhalb von Kontrollzonen in größeren Höhen stattfinden sollen, kann eine Flugverkehrskontrollfreigabe bei der örtlichen Flugplatzkontrollstelle beantragt werden. Diese Freigabe wird in der Regel mit weiteren Auflagen versehen. Weitergehende Auskünfte sind bei der DFS - Deutsche Flugsicherung erhältlich.

Ist der Drohnenflug mit Sichtkontakt wichtig?

Ja, denn der Drohnenpilot muss stets Sichtkontakt zu seinem Flugmodell haben. Eine Steuerung mit optischen Hilfsmitteln wie Livestream-Bordkameras, Nachtsichtgeräten und Ferngläsern ist unzulässig (Deutschland und Österreich). Somit ist die maximal mögliche Flugentfernung "auf Sicht" eine natürliche Grenze gesetzt und bei zirka 200 m erreicht.

Rechtliches zur Nutzung von Drohnen in Österreich

Rechtliches zur Drohnennutzung Österreich

Damit der Betrieb von Drohnen in Österreich rechtlich abgesichert ist, wurde zum 01.01.2014 das Luftfahrtgesetz (LFG) novelliert. In der Folge sind nun für die immer zahlreichender werdenden Drohnennutzer verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen vorhanden.

Klassifizierung der unbenannten Luftfahrzeuge nach dem österreichischen Luftfahrtgesetz

Im den §§ 24 ff. LFG werden die unbemannten Luftfahrzeuge in unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

  • Spielzeuge mit einer maximalen Energie von 79 Joule und einer maximalen Aufstiegshöhe von 30 Metern
  • Flugmodelle bis 25 kg Startgewicht, die nur unentgeltlich, rein zum Flug selber ohne Foto und Filmaufnahmen in der Freizeit außerhalb von Sicherheitszonen geflogen werden
  • Flugmodelle mit 25 kg bis 150 kg Startgewicht, die nur unentgeltlich, rein zum Flug selber ohne Foto und Filmaufnahmen in der Freizeit außerhalb von Sicherheitszonen geflogen werden
  • Unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse I bis 150 kg Startgewicht, die gewerblich bzw. entgeltlich nicht nur zum Flug selbst, aber mit Sichtkontakt betrieben werden.
  • Unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse II die ohne Sichtkontakt geflogen werden

Unser Angebot für die Versicherung von Haftpflichtschäden über den Deckungsgeber HDI ist für Luftfahrzeuge der Klasse 1 und für Flugmodelle bis 25 Kg Startmasse möglich.

Betriebsbewilligung für Drohnen in Österreich

Im Prinzip benötigt jeder Drohnenpilot für sein unbemanntes Fluggerät eine Betriebsbewilligung, welche über die AustroControl Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mit beschränkter Haftung beantragt werden kann. Lediglich für die o.a. Spielzeuge bzw. Flugmodelle (die keine Möglichkeit haben Foto und Filmaufnahmen zu machen) ist diese Genehmigung nicht einzuholen. Wie Sie eine solche Betriebsbewilligung erhalten und welche Unterlagen dazu im Einzelnen notwendigerweise vorgelegt werden müssen, erfahren Sie unter folgendem Link zu AustroControl.

Beachten Sie aber, dass natürlich außer der luftfahrtrechtlichen Bewilligung auch die sonstigen gesetzlichen bzw. behördlichen Auflagen zum Betrieb der Drohne eingehalten werden müssen. Dies sind z.B. Datenschutz- oder Naturschutzbestimmungen oder auch die Wahrung von Persönlichkeitsrechten.

Damit Sie die versicherungsspezifischen Unterlagen zur Einholung einer Betriebsbewilligung schnell vorlegen können, erhalten Sie von der HDI Versicherung eine kostenfreie Versicherungsbestätigung, die auch formell den Ansprüchen des §164 LFG entspricht. Vorab stellen wir Ihnen dieses Formular via Mail als PDF zur Verfügung, bevor Sie das Original zusammen mit dem Versicherungsschein per Post erhalten.

Das Gefährdungspotential eines unbemannten Luftfahrzeuges als Grundlage der unterschiedlichen Bewilligungsanforderungen

Das LFG in Österreich teilt die unbemannten Luftfahrzeuge nach dem jeweiligen Gefährdungspotential ein. Das Einsatzgebiet und das Gewicht stellen dabei die Grundlage der unterschiedlichen Gefährdungsklassen dar. Am einfachsten kann man diese Differenzierung und entsprechenden Genehmigungskategorien A-D in folgender Grafik erkennen:

  bis 5 kg bis 25 kg bis 150 kg
Unbebaut A A B
Unbesiedelt A B C
Besiedelt B C D
Dicht besiedelt C D D

Erforderliche Nachweise und die Anforderungen an den Piloten zur Erlangung einer Betriebsbewilligung für die verwendete Drohne werden nach dieser Einteilung unterschieden. Einen Grundriss der technischen und betrieblichen Voraussetzungen (LBTH 67) können wir Ihnen wie folgt darlegen:

Kategorie A:

Meldepflicht, Nachweis der Betriebssicherheit durch den Drohnenhalter, Lärmzulässigkeitsnachweis, keine spezieller Qualifikationsnachweis des Piloten notwendig

Kategorie B:

Zusätzlich namentliche Bekanntgabe des Piloten, Bestätigung der Anforderungen nach LBTH67, Nachweis, dass der Pilot die Drohne sicher fliegen kann

Kategorie C und D:

Amtlicher Lichtbildausweis bzw. Pilotenschein, Nachweis der medizinischen Tauglichkeit, Bestätigung über luftfahrtrechtliche Kenntnisse

Vorgabe Sichtkontakt

Grundsätzlich gilt der Sichtkontakt zum betriebenen unbemannten Fluggerät als unabdingbar. Dieser muss nach den Paragraphen 24c und 24f LFG ohne technische Hilfsmittel gegeben sein. Drohnen die mittels Videobrille geflogen werden (First Person View FPV), müssen von einer zweiten Person mit direktem Sichtkontakt beobachtet werden. Dieser Spotter muss immer in der Lage sein in Echtzeit in den Flug eingreifen zu können. Dies funktioniert z.B. mit einer Lehrer-Schüler Fernsteuerung. Damit ist dann auch der rechtlich vorgegebene direkte Sichtkontakt gegeben.

Sonstige Bestimmungen

Es ist nicht möglich den umfangreichen rechtlichen Rahmen hier abschließend darzulegen. Daher haben wir lediglich einen Überblick über wichtige grundlegende Voraussetzungen für den Betrieb eines unbemannten Luftfahrzeuges in Österreich erstellt. Denken Sie daran, sich vor jedem Flug abzusichern, ob der geplante Flug Ihrer Drohne rechtlich in Ordnung ist und Sie alle notwendigen Unterlagen zum Betrieb Ihres Kopters besitzen. Respektieren Sie naturschutzrechtliche Einschränkungen, die Vorgaben des Datenschutzes oder, bei der Verwendung der Foto- oder Filmkamera, die Persönlichkeits- und Urheberrechte. Dann steht einem ungezwungen Drohnenflug nichts mehr im Wege – und sollte etwas passieren ist der Versicherungsschutz nicht gefährdet.

Oben aufgeführte Inhalte stellen keine Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr.

^